Zu meiner kleinen ATARI-Sammlung gehören selbstverständlich auch die ATARI 520 ST. Die Abkürzung „ST“ steht dabei für Sixteen/Thirty-Two (16/32), da der verwendete Hauptprozessor, der Motorola 68000, einen 16 Bit breiten Datenbus hat hat und intern mit 32 Bit arbeitet. Die ST-Serie eignete sich zur damaligen Zeit sehr gut für Büroanwendungen. Die Ursache lag in ihrer grafischen Oberfläche (GEM). Außerdem wurde er wegen seiner serienmäßigen MIDI-Schnittstelle als der Standardcomputer in den Tonstudios und von Musikern eingesetzt. Zu diesen Musikern gehörte auch Mike Oldfield, der den Atari ST überwiegend für die Arrangements seiner Songs nutzte.

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Mein ATARI 520 ST. Er unterscheidet sich äußerlich nur durch en Schriftzug vom ATARI 260 ST.

Als ich meinen 520 ST bekam gab es eine Überraschung. Es dürfte sich um ein frühes Exemplar handeln, denn er verfügt nur über ein Boot-TOS zum Start, damit auf die Diskette zugegriffen werden kann. Von dort werden dann die Systemdateien geladen. Spätere Exemplare hatten dann ihr komplettes TOS im ROM. Selbst mein 260er startet mit seinem System komplett aus seinen ROM-Modulen. Das Diskettenlaufwerk des 520er ist ein ATARI SF314, ein Laufwerk für Disketten mit einer Kapazität von maximal 720 kb.

SF314 01

Mein Laufwerk ist sogar eines der älteren Laufwerke. Diese haben noch den rechteckigen Auswurfknopf, der durch eine Feder immer draußen gehalten wird. Die moderneren Laufwerke haben einen rombusförmigen Auswurfknopf, der nur bei eingelegter Diskette draußen steht.

Selbstverständlich gehört dazu noch eine originale Maus, um den Rechner mit seiner grafischen Oberfläche zu bedienen.

Maus 01-1

 

Der ATARI 260 ST ist der, von der Bezeichnung her, kleinste ATARI ST den ich derzeitig besitze. Passend zur Bezeichnung sollte der ATARI 260 ST mit 256 kB RAM als günstigere Version des ATARI ST auf den Markt kommen.

Man entschied man sich aber bei Atari, 512 kB in den 260 ST reinzupacken. Damit wurde er identisch mit dem ATARI 520 ST und dem Computer ATARI 520 STM

ATARI 260ST 00

Die Zusatzausstattung war karg. Lediglich die Programmiersprache ST-BASIC (später Omikron BASIC) und einige Tools (wie z. B. das Kontrollfeld) liegen auf Diskette (der sog. Language Disk) bei. Im Paket war immer ein Diskettenlaufwerk enthalten.

Daneben gibt es den 520 ST+, der dieselbe Konfiguration wie der 520 ST aufweist, jedoch mit 1 MB Arbeitsspeicher bestückt wurde. Deutschland war im Computerbereich zu der Zeit sogenanntes Anwenderland, hier wurde mehr Wert auf großen Arbeitsspeicher gelegt, um auch komplexere Anwendungen stabil laufen zu lassen. Daher sind in Deutschland hauptsächlich die Rechner der Baureihe 1040 ST zu finden. Diese „kleinen“ ST-Computer wurden mit der Veröffentlichung des 1040 STE 1989 nicht mehr produziert.

Zum Schluss dieses Artikels wenn auch wertlose, so doch originale ATARI – Aktien.

ATARI Aktien

Der ATARI 1040 STE war der letzte Rechner dieser Marke, bevor ich dann auf PC’s umgestiegen bin. Aber ich gebe es zu, nach so vielen Jahren, die Faszination ATARI ist immer noch sehr groß. Also ist er in mein Büro zurückgekehrt, nicht mehr als Arbeitstier, sondern zum Zeitvertreib.

Ein kurzer Abriss zum 1040er STE

Der ATARI 130 ST war der erste ATARI ST und kann deshalb als Urvater dieser Computer-Serie bezeichnet werden. Er wurde zum Jahresanfang 1985, gemeinsam mit dem ATARI 520 ST vorgestellt. Auf Grund seines sehr kleinen Arbeitsspeichers gelangte er nie in den Verkauf. Somit  Der 520 ST war der erste auf den Markt gebrachte Atari-16-Bit-Computer.

Bei der ersten 520 ST-Generation muss das Betriebssystem TOS noch über Diskette nachgeladen werden. In Deutschland wurden diese Computer als ATARI 260 ST verkauft. Ich besitze noch einen ATARI 260 ST und einen ATARI 520 ST mit Boot-ROM, Dazu schreibe ich in einem späteren Beitrag etwas. Der ATARI 1040 war der letzte Computer aus dieser Reihe.

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Mein ATARI 1040 STE – für sein Alter hat er sich gut gehalten.

Ab November des Jahres packte man das Betriebssystem in ROM-Bausteine und integrierte es damit fest in die STs. Aufgrund seiner standardmäßig eingebauten MIDI-Schnittstelle fand der Atari ST sehr schnell den Weg in die Tonstudios. Von der Fachpresse wurde der Computer seinerzeit hoch gelobt und innerhalb von drei Jahren verkaufte sich der ST rund eine halbe Million mal, davon mehr als ein Drittel in Westdeutschland. Soweit zur Geschichte dieser Rechner.

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Nun einmal von der anderen Seite

Alt und jung gemeinsam

Momentan steht er neben einem weitläufigen Verwandten. Denn der Spitzname war „JackIntosh“ weil der 520er deutlich billiger war als ein Apple Macintosh und über fast dieselben Bedienelemente verfügte. Damit ist er dann neben dem aktuellen Mac Pro gut aufgehoben. Deswegen musste der KC85/4 wieder, für die nächsten Monate, seine Stapelbox im Keller beziehen.

Der 1040er STE neben den aktuellen Maschinen.

So schaut es aktuell aus. Der Oldie hat Anschluss an die moderne Welt gefunden

Der Mac Pro und der ATARI 1040 STE.

Ohne Worte …

Selbstverständlich ist auch für den Oldie die Zeit nicht stehen geblieben. Seinen Arbeitsspeicher habe ich auf 4 Megabyte aufgerüstet. Dank der NetUSBee von Lotharek kann er mit den Urenkeln kommunizieren. Er ist netzwerkfähig und selbst FTP-Server im Internet sind erreichbar. Dateidownloads laufen sogar zügig. Aber die Dateien für den Oldie sind ja auch nicht zu groß.

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Hier ist der 1040er über das Netzwerk mit dem FTP-Programm “Litchi” mit einem meiner Server verbunden.

Zur Dateiablage dient die ULTRASATAN, die ebenfalls von Lotharek stammt. Mit ihren zwei 8 GB SD-Karten bietet sie genug Platz. Damit ich die Karten besser auslasten kann, habe ich mir den HDDRIVER von Uwe Seimet gekauft und installiert. Die meiste Zeit dient der ATARI SM124 als Monitor, da das Bild “hochauflösend” ist. Aber ich habe auch einen Farb-Monitor von HIGHSCREEN, wenn ich es bunt will. Schließlich haben die alten Spiele auch ihren Charme. Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt.

Der ATARI 130XE war der erste Rechner den ich mir gekauft habe. Damals – noch in der DDR lebend – war es nicht so einfach einen Computer zu kaufen. Einen KC85 zu bekommen war unmöglich. Aber eines Tages tat sich eine Möglichkeit auf einen Computer privat zu erwerben. 10 Stück waren verfügbar. Auf dem zweiten Markt, abseits des Handels bestand die Möglichkeit ATARI’s zu kaufen. “Unter der Hand”, sozusagen auf dem “Schwarzmarkt” bekam ich einen ATARI 130XE. Ohne Zubehör, nur das Basisgerät, also der eigentliche ATARI kostete damals 3000 DDR-Mark. Wie er in’s Land gekommen war wollte ich damals gar nicht wissen.

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So stand er 1987 in meiner entstehenden Computerecke. Als Monitor diente ein Kofferfernseher der Marke “Junost” und als Datasette ein Kassettenrecorder Geracord 6030 von RFT. Das Laden der Programme hat meine Frau gefürchtet oder sollte ich besser sagen genervt? Schließlich geschah es im Wohnzimmer, zur besten Fernsehzeit. Wenn wir glaubten dass gleich Alles erledigt ist kam der Absturz und CLOAD begann von vorne.

Heute steht er ab und an auf dem Schreibtisch. Selbstverständlich nur noch zum Vergnügen. Er hat dann selbstverständlich einige Ergänzungen erhalte, die ich mir zur damaligen Zeit nie hätte leisten können.

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Zuerst natürlich ein Diskettenlaufwerk. Es befindet sich, völlig unverbastelt, im Originalzustand. Im Januar 2015 kam dann, per Zufall und für einen Zehner, ein Bandlaufwerk XC12 hinzu. Nun trällert es lustig in meinem Büro, wenn ich Dateien lade.

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Meine Frau schmunzelt heutzutage, wenn ich sie rufe, weil gerade vom Band geladen wird. Dann denken wir beide an die alte Zeit zurück. Im Wohnzimmer hat ein Rechner nun nichts mehr verloren.

Aber ein Stück Moderne ist jetzt auch hinzugekommen. Ich habe dem Oldtimer ein SIO2SD-Laufwerk von Lotharek spendiert. Damit geht das Laden fixer als von Diskette. Nun gönne ich mir in einer ruhigen Minute auch mal ein Spiel.

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Kleincomputer KC85/4  vom VEB Mikroelektronik Mühlhausen

Dieser Computer war eine Weiterentwicklung des KC85/3. Er kam 1988, zu einem Preis von 4600 DDR-Mark, in den Handel. Gegenüber seinem Vorgänger, dem KC85/3, wurde der verfügbare Anwenderspeicher, von 32 KByte auf 64 KByte dynamischen RAM, erweitert.

Seine Leistungsfähigkeit wurde, durch eine Erhöhung der Taktfrequenz und Änderungen in den Betriebssystem-Routinen, stark verbessert.

Leider war der KC85, egal welcher Baureihe, aber so gut wie gar nicht in den Geschäften der DDR verfügbar, denn er wurde fast ausschließlich so genannten gesellschaftlichen Bedarfsträgern zur Verfügung gestellt.

Die Eckdaten des KC85/4:

  • Prozessor mit 1,77 MHz Taktfrequenz
  • Prozessor U880 mit 1,77 MHz Taktfrequenz
  • 64 KByte “physisch vorhandener” RAM (durch ein spezielles Speicher-Management standen aber “virtuelle” 128 KByte RAM zur Verfügung), davon:
  • 64 KByte, für den Anwender nutzbarer, dynamischer RAM64 KByte dynamischer Bildwiederholspeicher (IRM)
  • 20 KByte ROM für das Betriebssystem CAOS 4.2 (CAOS = Cassette Aided Operating System)
  • Vollgrafik mit 320×256 Punkten, mit 16 Vordergrundfarben und 8 Hintergrundfarben
  • Farbauflösung 1×8 Pixel (d. h., einem Block von 1×8 Pixeln ist je 1 Farbbyte zugeordnet
  • spezieller, hochauflösender Farbmodus mit jeweils 1, aus 4 möglichen Farben, pro Pixel (Schwarz, Weiß, Rot und Türkis)
  • zwei voneinander unabhängig beschreib- und anzeigbare Bildebenen
  • zwei eingebaute Tongeneratoren mit einem Tonumfang von 5 Oktaven
  • der Fernsehanschluss war auf Kanal 36 gelegt worden

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Bei mir ist der Rechner mit dem Scart-Eingang des Monitors verbunden. Das dazu Kabel hat mir Ulrich Zander freundlicherweise angefertigt. Damit erreicht der KC85 eine gute Bilddarstellung.

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Der Monitor ist ein HIGHSCREEN vom Typ KP548/00E. Er ist baugleich zum Commodore 1084-P. Die Bildschirmauflösung beträgt 600 x 285 Bildpunkte. Als Anschlussmöglichkeiten für Rechner und Konsolen sind im Videobereich TTL-, Scart- und RGB-Eingänge vorhanden.

Im Audiobereich sind als Stereoeingänge eine 3,5 mm Klinkensteckerbuchse und eine Chinch-Eingang vorhanden. Weiterhin verfügt der Monitor über zwei kleine Lautsprecher. Für Spiele der damaligen Zeit sind sie völlig ausreichend.

Mit den zur Verfügung stehenden  Reglern lässt sich das Bild sehr gut einstellen. Zusätzlich verfügt der Monitor über einen Umschalter für die Modi “Farbmonitor” und “Grünfarbener Monitor” (siehe die beiden nachfolgenden Fotos).

Mein System 2

Mein System

Der KC85/4 und der Mac Pro nebeneinander, dieses Bild fand ich jedoch so interessant, das ich die Kamera ausgepackt habe. Die verschiedenen Generationen friedlich nebeneinander. Der Mac Pro neben seinem Altvorderen aus der damaligen DDR. Ja, auch hinter dem “Eisernen Vorhang” gab es Menschen die ihre Freizeit vor den Rechenknechten verbrachten. Damals waren es der KC85 und im privaten Bereich mein ATARI 130XE. So entstand dieser Blog, in dem ich meine Computer vorstellen werde. Damit meine ich natürlich meine kleinen Oldtimer.

Büro mit KC85 und Monitor 1000

Mit diesem Beitrag ist der Startschuss dazu erfolgt. Den Schwerpunkt meiner kleinen Sammlung bilden die ATARI’s. Nach und nach wird dieser Blog ergänzt, so wie es meine Freizeit zulässt. Denn neben der Computerei ist die Makrofotografie mein anderes, sehr zeitintensives, Hobby.