Diese Woche habe ich wieder einen Neuzugang zu verzeichnen, einen ATARI MEGA ST4. Damit wird meine ATARI Reihe weiter komplettiert. Die MEGA ST-Serie wurde von 1987 bis 1991 gebaut. Sie besaß eine separate Tastatur und 1, 2 oder 4 MB Hauptspeicher und einen eigenen Mega-ST-Bus genanntem Steckplatz für eine Erweiterungskarte und den Blitter. Die Größe des Hauptspeichers ist durch die Ziffer in der Modelbezeichnung ersichtlich. Das bedeutet der MEGA ST4 besitzt 4 MB Hauptspeicher. Dieser ist auf der Hauptplatine verlötet. Bei den späten Modellen wurde die Bezeichnung verkürzt. Es waren einfach ATARI MEGA.

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ATARI MEGA ST4 Hauptplatine (Zusatzausstattung, grün die MEGA FPC Card, rot der Prozessor auf dem Hypercache-Modul)

Mein MEGA ST4 verfügt über zwei Erweiterungen. Die erste Erweiterung ist rot gekennzeichnet. Der Prozessor sitzt auf einem “HYPERCACHE-Modul”. Dieser Modul sorgt dafür, dass das System mit 16 MHz arbeitet. Normale MEGA ST’s arbeiten mit einem Takt von 8 MHz.

Die zweite Erweiterung ist grün gekennzeichnet. Es ist eine “ATARI MEGA FPC CARD”. Auf einer MEGA FPC CARD wird der Coprozessor (FPU) installiert. Bei mir laufen die CPU und die FPU jeweils mit 16 MHz. Die FPU wird nur genutzt, wenn ein Programm ihre Leistung anfordern kann.

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Systeminfo: Taktfrequenz 16 MHz, der Coprozessor wird gerade nicht verwendet (dazu kommen wir später).

Festplattenlaufwerke waren für den MEGA ST ebenfalls verfügbar. Man kann sie direkt an den ATARI MEGA ST  über den DMA-Port, auch als ACSI-Port (die abgespeckt SCSI-Variante) bezeichnet, anschließen. ACSI ist die Abkürzung für „Atari Computer System Interface“.

Rechts neben dem Bildschirm steht der ATARI MEGA ST4 und darunter das Festplattenlaufwerk ATARI MEGAFILE 30, eine externe Festplatte mit einer Kapazität von 30 MB.

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Der ATARI MEGA ST4 mit der darunter stehenden ATARI MEGAFILE 30 und der abgesetzten Tastatur.

Im Sommer folgt dann das Bleichen der Gehäuse, um den starken Gilb zu beseitigen. Sie sollen die lichtgraue Farbe, wie der Monitor, erhalten. Bis dahin werde ich die Software installieren und den Drucker, einen STAR LC-10 anschließen.

Heute war ich das erste Mal mit dem Falcon 030 im Internet. Mit einem modernen Rechner nichts Besonderes, mit dem Oldtimer schon. Vorher habe ich mich nur per FTP (mit Litschi und der NetUSBee) im eigenen Heimnetz und auf eigenen Webservern getummelt. Heute begann die neue Zeitrechnung.

Man glaubt gar nicht, wie lange es dauert bis eine Seite mit dem Falcon geöffnet wird. Ich war auf der Telekomseite. Nach 35 Minuten Ladezeit war CAB fertig. Es sah nicht berauschend aus. Da ich noch eine Domain frei habe, habe ich mich entschlossen dort, in den nächsten Monaten,  die Seiten “altersgerecht” für meine ATARI’s aufzubereiten.

Hier ist ein erstes Foto dieser Seite. Ich werde versuchen der Domain entsprechend die Thematik zu gestalten. Als wird es eine Seite mit Fotos in 256 Farben und für CAB und Draconis optimiert. Hier ist der erste Schnappschuss.

Internet1

Der Anfang ist gemacht, auch wenn es noch sehr wenig ist.

Es ist schon ein seltsames Gefühl plötzlich ohne CSS und PHP die Seiten zu gestalten. Aber der Spaßfaktor ist recht hoch. Zum Abschluss werde ich dann meine Seiten verlinken.

Hier ist schon einmal der Link zur auf dem Foto dargestellten Seite, http://www.reiners-fotos.de. Eventuell schaut ja mal jemand mit seiner Retro-Maschine dort vorbei. Mit einem aktuellen PC sieht es fürchterlich aus. Aber so war sie halt, die gute alte Zeit.

Endlich ist es soweit. Mein ATARI Falcon030 ist daheim angekommen. Nach langer Suche konnte ich  den Falken am 10. Oktober 2015 in Köln abholen. Ohne Punkte zu kassieren bin ich über die Autobahn gedüst. Ich hatte es eilig ihn abzuholen.

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Der lange gesuchte ATARI Falcon 030 ist endlich da …

Der Falcon verfügt über einen, mit 16 MHz getakteten, Prozessor Motorola 68030. Zusätzlich besitzt er einen Steckplatz für die optionale FPU 68882 (mathematischer Coprozessor).

In Wahrheit jedoch ist dieser 16 Megaherz-Prozessor aber eine 32-MHz-Version des 68030. Motorola konnte die langsamere Version nicht liefern. Das führte dann dazu, dass viele Besitzer eines Falcon030 ihren Rechner schnell auf die doppelte Geschwindigkeit beschleunigen konnten.

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Der Falke ist in einem guten Zustand ..

Eine Besonderheit des ATARI Falcon030 ist ein mit 32 MHz betriebener digitaler Signal­pro­zes­sor Motorola 56001. Dieser DSP kann völlig unabhängig von seiner Motorola CPU 68030 programmiert werden. Dadurch ist der ATAARI Falcon030 bei der Audiobearbeitung sehr leistungsfähig.

Mein Falcon verfügt über 4 MB Arbeits­speicher. Mit einer anderen Speicherkarte kann der RAM aber auch auf 14 MB erweitert werden. Diese wurde als 14 MB-Modul eingesetzt (danke Lynxman, atari-home.de).

Als Bildschirmauflösungen bietet der ATARI Falcon

  • 320 × 200 Pixel bei 16 Farben
  • 640 × 200 bei 4 Farben
  • 640 × 400 Pixel bei 2 Farben
  • VGA 640 × 480 bei 16 oder 256 Farben
  • Hi-Color mit 65536 Farben

Hi-Color ist allerdings sehr  langsam und „interlaced“ – das bedeutet im Zeilensprungverfahren. Alle Modi sind per PAL-Videosignal auch auf einem Fernsehgerät darstellbar.

Der ATARI Falcon hat folgende Schnittstellen:

  • Parallel-Port Druckeranschluss
  • RS232-Port 9-Pin-DIN-Buchse z.B. zum Anschluss vom Modem
  • MIDI-Schnittstelle
  • Partridge-Port, zum Anschluss von ROM-Erweiterungskarten
  • SCSI-II mit DMA, für externe Festplatten, CD-Rom Laufwerke, Scanner …
  • Joystick-Ports
  • DSP-Port
  • interne IDE-Schnittstelle
  • CPU-Erweiterungsbus
  • Audio in/out
  • Video

Als ROM-Version verwendet mein Falcon TOS 4.02. Die einzige Zusatzhardware, die ich momentan besitze ist die Falcon Speed der Firma Sack GmbH, mit einem AMD 80286er Prozessor.

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Nicht viel, aber die grundsätzliche Dokumentation ist vorhanden.

Der Test ergab leider, dass die Batterie im Dallas-Chip leer ist. Da ich die winzigen Lötstellen des Chips nicht mehr so gut sehen kann, habe ich im ATARI-Home-Forum um Hilfe gebeten und sie auch bekommen. Tuxi übernimmt für mich das Auslöten des Chips und das Einlöten eines Sockels. Dann kann ich in Zukunft den Chip selbst wechseln.

In der Zwischenzeit habe ich, mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern (Jens, Uli, Didi55), das passende Material gefunden um dem Falcon eine erste Aufrüstung zu verpassen. Schritt Nummer eins besteht im Einbau einer 4 GB CF-Karte als Laufwerk. Sollte ich die noch fehlende Festplattenhalterung bekommen, kann es auch eine HDD oder SSD werden.

CF Sandisk mit Kabel

Hier die CF-Karte mit dem entsprechenden Kabel (von Kabelspezialist.de)

In der nächsten Zeit wird dann auch der Mathematische Co-Prozessor eintreffen. Dann kann ich den vorhandenen Steckplatz damit ausrüsten. Ich werde das Ganze hier weiter dokumentieren.
Jetzt habe ich angefangen Software für den Falken zu sammeln. Diese soll nicht auf Festplatten oder CF-Karten liegen sondern wie zur damaligen Zeit, auf Disketten.

Diskettensatz Falcon

Langsam bekomme ich einen Satz Disketten für meinen ATARI Falcon 030 zusammen.

2015-11-15

Mittlerweile hat sich Einiges getan. Der Falcon funktioniert wunderbar. Im ersten Schritt bekam er einen neuen, gesockelten Dallas-Chip den Tuxi wie oben beschrieben eingebaut hat. Dann traf auch der Coprozessor (Motorola 68882) in der 40MHz-Version ein. Diesen habe ich nun eingebaut.

Der Arbeitsspeicher wurde gewechselt. Der 4MB-Modul kam raus. Dafür wurde ein 14MB-Modul verbaut. Dieser Modul stammt von Lynxman (ATARI-Home-Forum) und hat die Chips direkt auf der Platine und nicht wie sonst üblich ein gestecken Speichermodul. Gleichzeitig wurde der TOS-Chip auf 4.04 aktualisiert.

Falcon_0

Das Innenleben des Falcon. 01 Co-Prozessor, 02 14MB-Modul von Lynxman, 03 Dallas-Chip

Hier ist die andere Seite der unter 02 gekennzeichneten Speicherkarte zu sehen. Diese Karte verfügt, auf Grund ihrer kompakten Bauweise über sehr kurze Signal-Wege und der Übergangswiderstand vom Speichermodul zum Steckplatz entfällt auch.

Speicher 2

Der 14MB-Speichermodul von Lynxmann.

Ein Großteil der Installation ist erledigt. Das System ist installiert. Ich habe mich für eine ansprechende Desktopoberfläche entschieden. Und nun ist der Falke auch im Netzwerk unterwegs. Das geschieht mit der in meinem Blog beschriebenen NetUSBee.

falcon_ftp

Hier wird mit dem Falken das Spiel “Racer 2” per FTP-Download geladen.

Der ATARI 520ST+ ist ein weiteres Mitglied der ST-Familie aus dem Unternehmen ATARI. Er eignete sich unter anderem für professionelle Büroanwendungen. Die Abkürzung „ST“ steht dabei für Sixteen/Thirty-Two (16/32), da der verwendete Prozessor, ein Motorola 68000, einen 16 Bit breiten Datenbus hat und intern aber mit 32 Bit arbeitet.

Die ST-Serie war eine preiswerte Alternative zu den wesentlich teureren Apple-Macintosh und IBM Rechnern. Diesen Mitbewerbern waren die ST-Rechner durchaus in Sachen Multimedia, Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit überlegen.

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Er funktioniert heutzutage immer noch – mein ATARI 520ST+

Wodurch unterscheidet sich dieser Rechner von seinen kleineren Brüdern, dem ATARI 260ST und dem ATARI 520ST? Es ist der vergrößerte Arbeitsspeicher. Dieser wurde, weil es keine Steckplätze auf der Platine gab, von Hand huckepack auf die Speicherschaltkreise der regulären Bestückung gelötet und damit auf 1 Megabyte erhöht. Einzelne Pins dieser zusätzlichen Schaltkreise wurden nach oben gebogen und frei verdrahtet.

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Hier seht ihr die Hauptplatine meines 520ST+ und unten ist die Verdrahtung des zusätzlichen RAM zu erkennen.

Es handelt sich um ein recht frühes Exemplar, das noch mit einem sogenannten Disketten-TOS gestartet werden musste. Inzwischen habe ich aber die Chips eingelagert und dem Rechner das “Rainbow TOS” eingesetzt. Jetzt sind alle sechs Sockel auf der linken Seite bestückt.

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Ich habe umgeräumt, jetzt steht der 520er+ auf dem Platz der sonst seinem größeren Bruder, dem 1040er STE vorbehalten ist.

Hier ist ein System mit der Festplatte ATARI MEGAFILE 30, einem Diskettenlaufwerk ATARI SF314 und dem ATARI-Monitor SM124 zu sehen. Dieser weit verbreitete monochrome Monitor SM124 hatte eine Auflösung von 640×400 Bildpunkten bei 70 Hz Bildwiederholfrequenz. Dies waren für die damalige Zeit hervorragende Werte, den die Mitbewerber konnten nur Monitore mit 60 Hz vorweisen.

Der Atari 520ST+ besaß, wie die anderen ST-Modelle, aber auch die Möglichkeit einen geringer auflösender Farbbildschirm anzuschließen. Die Farbauflösung betrug 320×200 Bildpunkte bei 16 Farben und 640×200 Bildpunkte bei vier Farben, jeweils aus einer Palette von 512 Farben. Einzige Ausnahme waren die STE-Modelle mit 4096 möglichen Farben.

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Hier ist noch eine weitere Ansicht des Rechners, fotografiert mit Blende 2,0 und deshalb geringer Tiefenschärfe.