Der ATARI 130XE war der erste Rechner den ich mir gekauft habe. Damals – noch in der DDR lebend – war es nicht so einfach einen Computer zu kaufen. Einen KC85 zu bekommen war unmöglich. Aber eines Tages tat sich eine Möglichkeit auf einen Computer privat zu erwerben. 10 Stück waren verfügbar. Auf dem zweiten Markt, abseits des Handels bestand die Möglichkeit ATARI’s zu kaufen. “Unter der Hand”, sozusagen auf dem “Schwarzmarkt” bekam ich einen ATARI 130XE. Ohne Zubehör, nur das Basisgerät, also der eigentliche ATARI kostete damals 3000 DDR-Mark. Wie er in’s Land gekommen war wollte ich damals gar nicht wissen.

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So stand er 1987 in meiner entstehenden Computerecke. Als Monitor diente ein Kofferfernseher der Marke “Junost” und als Datasette ein Kassettenrecorder Geracord 6030 von RFT. Das Laden der Programme hat meine Frau gefürchtet oder sollte ich besser sagen genervt? Schließlich geschah es im Wohnzimmer, zur besten Fernsehzeit. Wenn wir glaubten dass gleich Alles erledigt ist kam der Absturz und CLOAD begann von vorne.

Heute steht er ab und an auf dem Schreibtisch. Selbstverständlich nur noch zum Vergnügen. Er hat dann selbstverständlich einige Ergänzungen erhalte, die ich mir zur damaligen Zeit nie hätte leisten können.

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Zuerst natürlich ein Diskettenlaufwerk. Es befindet sich, völlig unverbastelt, im Originalzustand. Im Januar 2015 kam dann, per Zufall und für einen Zehner, ein Bandlaufwerk XC12 hinzu. Nun trällert es lustig in meinem Büro, wenn ich Dateien lade.

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Meine Frau schmunzelt heutzutage, wenn ich sie rufe, weil gerade vom Band geladen wird. Dann denken wir beide an die alte Zeit zurück. Im Wohnzimmer hat ein Rechner nun nichts mehr verloren.

Aber ein Stück Moderne ist jetzt auch hinzugekommen. Ich habe dem Oldtimer ein SIO2SD-Laufwerk von Lotharek spendiert. Damit geht das Laden fixer als von Diskette. Nun gönne ich mir in einer ruhigen Minute auch mal ein Spiel.

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Kleincomputer KC85/4  vom VEB Mikroelektronik Mühlhausen

Dieser Computer war eine Weiterentwicklung des KC85/3. Er kam 1988, zu einem Preis von 4600 DDR-Mark, in den Handel. Gegenüber seinem Vorgänger, dem KC85/3, wurde der verfügbare Anwenderspeicher, von 32 KByte auf 64 KByte dynamischen RAM, erweitert.

Seine Leistungsfähigkeit wurde, durch eine Erhöhung der Taktfrequenz und Änderungen in den Betriebssystem-Routinen, stark verbessert.

Leider war der KC85, egal welcher Baureihe, aber so gut wie gar nicht in den Geschäften der DDR verfügbar, denn er wurde fast ausschließlich so genannten gesellschaftlichen Bedarfsträgern zur Verfügung gestellt.

Die Eckdaten des KC85/4:

  • Prozessor mit 1,77 MHz Taktfrequenz
  • Prozessor U880 mit 1,77 MHz Taktfrequenz
  • 64 KByte “physisch vorhandener” RAM (durch ein spezielles Speicher-Management standen aber “virtuelle” 128 KByte RAM zur Verfügung), davon:
  • 64 KByte, für den Anwender nutzbarer, dynamischer RAM64 KByte dynamischer Bildwiederholspeicher (IRM)
  • 20 KByte ROM für das Betriebssystem CAOS 4.2 (CAOS = Cassette Aided Operating System)
  • Vollgrafik mit 320×256 Punkten, mit 16 Vordergrundfarben und 8 Hintergrundfarben
  • Farbauflösung 1×8 Pixel (d. h., einem Block von 1×8 Pixeln ist je 1 Farbbyte zugeordnet
  • spezieller, hochauflösender Farbmodus mit jeweils 1, aus 4 möglichen Farben, pro Pixel (Schwarz, Weiß, Rot und Türkis)
  • zwei voneinander unabhängig beschreib- und anzeigbare Bildebenen
  • zwei eingebaute Tongeneratoren mit einem Tonumfang von 5 Oktaven
  • der Fernsehanschluss war auf Kanal 36 gelegt worden

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Bei mir ist der Rechner mit dem Scart-Eingang des Monitors verbunden. Das dazu Kabel hat mir Ulrich Zander freundlicherweise angefertigt. Damit erreicht der KC85 eine gute Bilddarstellung.

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Der Monitor ist ein HIGHSCREEN vom Typ KP548/00E. Er ist baugleich zum Commodore 1084-P. Die Bildschirmauflösung beträgt 600 x 285 Bildpunkte. Als Anschlussmöglichkeiten für Rechner und Konsolen sind im Videobereich TTL-, Scart- und RGB-Eingänge vorhanden.

Im Audiobereich sind als Stereoeingänge eine 3,5 mm Klinkensteckerbuchse und eine Chinch-Eingang vorhanden. Weiterhin verfügt der Monitor über zwei kleine Lautsprecher. Für Spiele der damaligen Zeit sind sie völlig ausreichend.

Mit den zur Verfügung stehenden  Reglern lässt sich das Bild sehr gut einstellen. Zusätzlich verfügt der Monitor über einen Umschalter für die Modi “Farbmonitor” und “Grünfarbener Monitor” (siehe die beiden nachfolgenden Fotos).

Mein System 2

Mein System

Der KC85/4 und der Mac Pro nebeneinander, dieses Bild fand ich jedoch so interessant, das ich die Kamera ausgepackt habe. Die verschiedenen Generationen friedlich nebeneinander. Der Mac Pro neben seinem Altvorderen aus der damaligen DDR. Ja, auch hinter dem “Eisernen Vorhang” gab es Menschen die ihre Freizeit vor den Rechenknechten verbrachten. Damals waren es der KC85 und im privaten Bereich mein ATARI 130XE. So entstand dieser Blog, in dem ich meine Computer vorstellen werde. Damit meine ich natürlich meine kleinen Oldtimer.

Büro mit KC85 und Monitor 1000

Mit diesem Beitrag ist der Startschuss dazu erfolgt. Den Schwerpunkt meiner kleinen Sammlung bilden die ATARI’s. Nach und nach wird dieser Blog ergänzt, so wie es meine Freizeit zulässt. Denn neben der Computerei ist die Makrofotografie mein anderes, sehr zeitintensives, Hobby.